Normalität und krebsfreie Zeit

Krebsfreie Zeit

Alle Familienmitglieder brauchen Zeiten, die sich um ganz andere Themen als Krebs drehen. Beim Planen von „krebsfreien“ Zeiten geht es auch darum, die „guten“ Tage optimal zu nutzen. Dazu gehört es, sich als Familie wieder einmal unbeschwert zu erleben und gemeinsam Spass zu haben. Familienaktivitäten, bei denen alle Familienmitglieder mitmachen können, stärken den Zusammenhalt, geben Kraft und schaffen Normalität und Halt. 

In der Beratung

Wir haben für Familien Ideen für Familienaktivitäten zusammengestellt, die die Eltern unter ALLTAG unter Erleben und Ausprobieren finden. Die Aktivität kann in die entsprechende Rubrik des FAMOCA-Kalenders eingetragen werden.

Unterstützen Sie die Kinder darin, Lebensbereiche zu finden, wo sie Normalität erleben, wo sie so sein können wie die anderen. Eine wichtige Frage ist auch, ob Freunde noch mit nach Hause genommen werden dürfen, insbesondere wenn der erkrankte Elternteil sich körperlich verändert (bspw. Haarausfall). Jede Familie soll einen eigenen Weg im Umgang mit diesen Veränderungen finden. Wichtig ist, dass darüber gesprochen wird und die Bedürfnisse aller Mitglieder miteinbezogen werden.

Als Lehrperson

Die Schule bzw. der Kindergarten stellt für die Kinder und Jugendlichen einen Lebensbereich dar, in dem sie eine Kontinuität des normalen Alltags und damit auch Stabilität erfahren können. Vieles läuft in ihrem bekannten Rahmen, wie vor der elterlichen Krebsdiagnose, ab. Dieser Lebensbereich stellt somit ein wichtiger Schutzfaktor der psychischen Gesundheit dar. Den meisten Kindern und Jugendlichen ist es wichtig, dass sie so kein können wie alle anderen, dass sie also nicht eine Sonderbehandlung erhalten. Sie können dies unterstützen:

  • Indem Sie Fragen der Klasse zu Krebserkrankungen im Unterricht offen behandeln. Damit bauen Sie Vorurteile, Ängste und Falschinformationen ab, die die Kinder im gegenseitigen Kontakt hemmen können (bspw. „Krebs ist ansteckend“).
  • Auch wenn sich viele wünschen, so sein zu können wie die anderen, verändern sich manche Freundschaften. Einige werden enger, vertrauter, andere weniger. Neue werden gegründet, andere aufgelöst. Wichtig ist, dass die Kinder nicht sozial isoliert werden oder sich so fühlen.
  • Viele Themen, die durch die Situation des betroffenen Kindes aufkommen, betreffen eigentlich alle Menschen, bspw. mit Stress umgehen (siehe Coping-Strategien oder unter Gefühle). Sie können so besprochen werden, dass jedes Kind für sich selber überlegen kann „wie mache ich das, was hilft mir?“, und fördert damit das gegenseitige Verständnis und den Zusammenhalt.