Coping bei Kindern und Jugendlichen

Bewältigen heisst für Kinder, Gefühle verbal oder non-verbal (Kreativität, Sport, Musik etc.) auszudrücken, schwierige Situationen zu verarbeiten, Gleichgesinnte zu finden und sich identifizieren zu können, sich ablenken zu können, usw. - also insgesamt ein Gleichgewicht zwischen belastenden und angenehmen Gefühlen zu finden. Aber auch Toben, Hauen, Spucken, Schreien, Zappeln, Türe knallen oder Beleidigungen aussprechen hilft Kindern bzw. Jugendlichen ihre Gefühle zu regulieren. In Untersuchungen wurde gezeigt, dass die elterliche Bewältigung eine wichtige Modellfunktion für die Bewältigung der Kinder hat.

Die Fähigkeit zur Emotionsregulation ist an die emotionale Entwicklung der Kinder geknüpft, und diese wiederum an die kognitive, soziale und sprachliche Entwicklung. Die Kinder erwerben verschiedene emotionale Kompetenzen:

  • Sie lernen, Gefühle wahrzunehmen und zu verstehen.
  • Sie erkennen Emotionen bei jemand anderem und können sich immer besser  in andere Menschen einfühlen.
  • Sie differenzieren ihren emotionalen Ausdruck (Wortschatz, Mimik, Körpersprache) und
  • lernen mit der Zeit, ihre Emotionen immer mehr selber zu regulieren.

Wir haben die wichtigsten Entwicklungsschritte für Sie zusammengefasst: Emotionsentwicklung

Regen Sie die Kinder und Jugendliche an, bekannte und neue Bewältigungsmöglichkeiten auszuprobieren. Hier einige Ideen, die FAMOCA für die Kinder und Jugendliche bereithält:

  • Kreativität: Basteln, Malen
  • Spielen
  • Schreiben: Tagebuch, Briefe, Gedichte oder Songs schreiben, Sorgen aufschreiben und in Sorgenkiste legen
  • Geschichten lesen oder hören
  • Musik: Jugendliche hören gerne Musik, die ihrer Stimmung entspricht oder sie aufmuntert
  • Medien: Filme schauen, Jugendliche chatten gerne
  • Bewegung
  • Gespräche: Mit den Eltern, der Vertrauensperson oder insbesondere im Jugendalter mit Freunden
  • In der Familie zusammen Spass haben: Humor ist eine wichtige Bewältigungsstrategie. Im Kinder-Bereich auf FAMOCA finden Kinder lustige Videos und eine Witzsammlung.

Auch wenn die Emotionen der betroffenen Kinder intensiver sind und sie sich anders verhalten, sollten dieselben Regeln in der Klasse gelten wie vorher (bspw. ist es nicht plötzlich erlaubt zu spucken). Aber Sie können das gegenseitige Verständnis fördern, indem Sie klären und Worte für das Erlebte finden. Je jünger die Kinder sind, desto hilfreicher sind dazu Geschichten, Bilder und kreative Ideen. Versuchen Sie ausserdem mit dem betroffenen Kind alternative Verhaltensweisen zu finden, denn es kann gut sein, dass die Fähigkeit des Kindes zur Emotionsregulation in dieser Situation noch nicht genügend entwickelt ist bzw. zur Bewältigung nicht ausreicht. Vielleicht hilft ein Gespräch? Oder eine kurze Auszeit? Was könnte es in dieser Auszeit machen? Malen, Schreiben, Bewegung?

Wenn Sie Verhaltensänderungen über längere Zeit beobachten (siehe Belastungen erkennen) besprechen Sie es mit den Eltern und holen Sie sich bei Bedarf psychologische Hilfe.