Über Gefühle sprechen

Über die eigenen Gefühle sprechen ist schwierig. Erst recht nach einer Krebsdiagnose. In Familien mit einem an Krebs erkrankten Elternteil wird häufig aus gegenseitiger Rücksichtsnahme nicht offen über das eigene Befinden, die Wünsche und Ängste gesprochen. Der Wunsch, dem anderen nicht unnötig Sorgen zu bereiten, ihn zu entlasten und stark zu sein verbindet die Familie, und sollte auch in der Beratung respektiert werden. 

Dennoch zeigen Untersuchungen, dass die Gespräche erst offen sein können, wenn auch Emotionen Platz haben dürfen.

Sie können es der Familie einfacher machen, indem Sie vermitteln:

  • Jedes Gefühl ist in Ordnung, es gibt keine "falschen Gefühle".
  • In derselben Situation fühlen sich verschiedene Personen anders.
  • Man kann einander nur entlasten, wenn man auch weiss, welche Sorgen und Wünsche der andere hat.
  • Belastende Gefühle können besser bewältigt werden, wenn man sie teilt, anstatt damit alleine bleibt.
  • Kinder spüren die Belastungen, sehen die Reaktionen (bspw. wenn die Mutter weint). Ohne Gespräch und Erklärung bleiben sie mit ihrer Interpretation der Situation alleine. Es ist entlastend für sie zu hören, dass das wahrgenommene Gefühl / die Reaktion nichts mit ihnen zu tun hat, sie nicht Schuld haben.
  • Manche Kinder übernehmen die emotionale Verantwortung für die Eltern, insbesondere wenn der Elternteil alleinerziehend ist. Sie möchten, dass es der Mutter / dem Vater gut geht und nehmen sich zurück. Es ist daher wichtig zu erfahren, wie sie helfen können, und was die Eltern alleine bewältigen müssen. Auf der anderen Seite, sollen Kinder auch von ihren Sorgen berichten können und erfahren, dass die Eltern das aushalten.
  • Für die Eltern ist es wichtig zu hören, welche Sorgen (auch im Alltag!) die Kinder beschäftigen.