Mit den Eltern sprechen

Beim Gespräch mit Erwachsenen und auch mit Jugendlichen kann das Einhalten von Kommunikationsregeln Missverständnissen vorbeugen. Die Kommunikationsregeln werden auch in der Therapie im Mehrpersonensetting angewendet und beinhalten Hinweise zum aktiven Zuhören und verständlichen Sprechen. Hier können Sie sich die Kommunikationsregeln herunterladen.

Wir haben häufige Fragen von Eltern zusammengestellt und beantwortet. Die können die Eltern in ihrem Bereich einsehen oder Sie können sie hier herunterladen.

Eine Erstberatung der Eltern ohne Kinder kann ratsam sein, um einer Stigmatisierung („Problemfamilie“) vorzubeugen. Bei der Beratung sind die Anliegen der Familien als leitgebend. Möchten die Eltern Unterstützung in Fragen im Umgang mit den Kindern und als Familie, treffen zwei Expertengruppen aufeinander: Sie als Experte wissen viel über Bewältigungsformen der Krankheit, Hürden für Familien, Hilfsangebote, Entwicklung der Kinder, Erziehung usw. Die Eltern sind Experte was ihre individuelle Familie anbelangt, wissen, was sie schon an Fähigkeiten und Fertigkeiten in der Bewältigung erworben und angewendet haben, welche Probleme vorliegen und wie sie als Familie funktionieren. Es geht also um den Austausch an Wissen und Erfahrungen auf Augenhöhe.

Sie als Fachperson können die Eltern in ihrem Kompetenzerleben als Eltern stärken und stützen, indem Sie ihre Expertise respektieren und als Ressource betrachten. Denken Sie daran, dass Eltern bereits über Ressourcen verfügen, aufgrund der Belastung finden sie jedoch keinen Zugang zu ihnen. So sprechen viele Eltern mit ihren Kindern nicht über die Krankheit, nicht weil sie es nicht möchten, sondern weil sie nicht wissen wie.

Wir haben Ihnen einige Fragen und Gedanken zur Stärkung der Elternkompetenz zusammengestellt. Sie sollen die Eltern ermutigen, die Kinder aktiv miteinzubeziehen: Hier herunterladen (PDF)

Sie dürfen im Gespräch mit den Eltern offen sein. Es ist verständlich, dass Sie sich vielleicht vor einer emotionalen Reaktion der Eltern, wie zum Beispiel Weinen, fürchten. Oder Sie sind selber mit Ihrer eigenen Verarbeitung und Reaktion beschäftigt und haben das Gefühl, sich deswegen nicht „richtig“ verhalten zu können. Das ist normal. Wenn Sie Zeit haben zuerst Ihre eigene Gefühlsreaktion zu verarbeiten ist das gut. Gefühle gehören jedoch dazu, auch als Lehrperson sind Sie zuerst ein Mensch. Es ist hilfreich zu wissen, dass es vielen Eltern vor dem Gespräch ähnlich geht wie Ihnen. Auch sie wollen souverän wirken, nicht in Gefühle ausbrechen und sich und andere überfordern.

Beginnen Sie damit, dass Sie den Eltern sagen, wie gut Sie es finden, dass Sie sich treffen und austauschen können. Sie dürfen auch sagen, dass Sie sich betroffen fühlen, und es Ihnen wichtig ist, dem Kind die nötige Unterstützung zukommen zu lassen.

Wird jemand von seinen Gefühlen überrollt: Machen Sie eine Pause, lassen Sie die Person sich selber wieder auffangen und vermitteln Sie, dass die Gefühle in Ordnung sind.

Im Gespräch: Klären Sie auch ab, wie Sie die Klasse miteinbeziehen möchten, und was für Wünsche und Bedürfnisse die Eltern und das Kind diesbezüglich haben. Bei älteren Schüler, die mehrere Lehrpersonen in verschiedenen Fächern haben, stellt sich diese Frage auch in Bezug auf die Informierung der betreffenden Lehrer. Versuchen Sie Ängste der Eltern und des Kindes wie auch mögliche Schwierigkeiten im täglichen Unterricht vorzeitig aufzugreifen und Lösungen zu suchen.

Wir haben Ihnen einige Fragen und Gedanken für das Elterngespräch zusammengestellt: Hier herunterladen (PDF)

Tipp

"Wie sollen wir es den Kindern sagen? Wie mit ihnen darüber sprechen?"

Empfehlen Sie den Eltern die Informationen und Tipps in ihrem Bereich auf famoca.ch zu lesen. Zur Vorbereitung der Gespräche mit den Kindern können sie den Fragebogen "Vorbereitung auf das Gespräch mit den Kindern" ausfüllen, zur Nachbereitung den Fragebogen "Nachbereitung des Gesprächs mit den Kindern". Beides finden die Eltern unter ERLEBEN & AUSPROBIEREN.

Mehr Tipps zu altersentsprechenden Gesprächen finden Sie unter den Rubriken Mit Kindern sprechen bzw. Mit Jugendlichen sprechen.