Entwicklung fördern

Um die Entwicklung von Familien und jedes einzelnen zu fördern, kann es hilfreich sein, sowohl einen BLICK ZURÜCK, in die Vergangenheit, wie auch einen BLICK NACH VORNE, in die Zukunft, zu werfen. Es geht darum, über das Wachstum an Fertigkeiten und Wissen, aber auch die Veränderungen in Beziehungen nachzudenken und sich zu überlegen, inwiefern dies für die Zukunft hilfreich sein kann. Als Grundlage kann das Arbeitsblatt Phasen und Ereignisse seit der Diagnose dienen, das die Eltern und Jugendlichen unter Erleben und Ausprobieren finden.

Alle Familien werden im Verlaufe ihres Lebens mit verschiedenen Aufgaben konfrontiert:  die Geburt der Kinder, eine Veränderung in der beruflichen Situation, der Schuleintritt oder der Auszug der Kinder. Jede Aufgabe führt zu einem Wachstum an Fertigkeiten und Wissen der Familie, was eine Bewältigung neuer Herausforderungen erleichtern kann. Auch kritische Ereignisse - wie eine elterliche Krebsdiagnose - lassen sich als solche Aufgaben verstehen. 

Wie Sie die Entwicklung unterstützen können:

Lassen Sie die Eltern und Jugendliche folgende Dokumente auf FAMOCA ausfüllen:

  • Familiengeschichte: Stationen der Geschichte werden auf dem Zeitstrahl eingetragen: Eltern, Jugendliche
  • Rück- und Ausblick: Die Entwicklung der Familien seit der Diagnose wird reflektiert, Bewältigungsstrategien der Familie gestärkt: Eltern Jugendliche
  • Förderliche Fragen sind: Welche anderen Lebensaufgaben gab es bisher in der Familie? Was konnte die Familie bereits an Bewältigungsstrategien aus der vorherigen Familiengeschichte in das Kapitel der Krebserkrankung mitbringen? Welche Strategien waren hilfreich, welche mussten angepasst werden? Welche neuen Strategien, Rituale usw. hat die Familie entwickelt? Welche Wünsche bestehen für die Zukunft? Was soll so bleiben, was soll sich verändern?

Die Familie bietet einen wichtigen Rahmen für die Entwicklung jedes einzelnen Familienmitgliedes. Genauso wie eine Familie über ihre Familienentwicklung nachdenken kann, kann dies auch jeder einzelne über seine eigene Weiterentwicklung.

Wie Sie die individuelle Entwicklung fördern können:

Dieselben Dokumente wir für die Familienentwicklung stehen auch für die Betrachtung der individuellen Entwicklung bereit:

  • Meine Biographie: Stationen der Geschichte auf dem Zeitstrahl eintragen: Eltern
  • Rück- und Ausblick für mich: Die eigene Entwicklung seit der Diagnose reflektieren: Eltern Jugendliche
  • Förderliche Fragen: Was waren persönliche Herausforderungen? Wie haben sie diese gemeistert? Was hat geholfen? Was hat sich dadurch positiv verändert? Welche Strategien sollen in Zukunft weiterhin angewendet werden?

Auf FAMOCA finden die Eltern unter Erleben und Ausprobieren die Vorlagen zur Betrachtung der Entwicklung in der Partnerschaft:

Die Kinder können auf FAMOCA ebenfalls über ihre Fähigkeiten Bilanz ziehen. Als Lehrperson ist es ausserdem hilfreich, wenn Sie dem Kind Rückmeldung zu seiner Entwicklung geben und so gezielt fördern. 

Eine Sorge der Eltern ist es, ob sich die Belastung der Eltern und der Familie negativ auf die Entwicklung der Kinder auswirkt. Viele Eltern wünschen sich deshalb ab und zu eine Rückmeldung von weiteren Bezugspersonen, wie Lehrpersonen. Versuchen Sie mit den Eltern in einen Dialog zu kommen, denn bei der Entwicklung spielen immer mehrere Einflussfaktoren eine Rolle - nicht nur die Krebserkrankung! Das ist für Eltern entlastend.

  • Persönlichkeit und eigene Lerngeschichte: Jedes Kind geht anders mit Belastungen um.
  • Der Entwicklungsstand zu Beginn: Es kann gut sein, dass ein Kind, das auch früher sensibel auf Veränderungen reagiert hat, aktuell mehr Anpassungsschwierigkeiten zeigt.
  • Äussere Umstände: Wenn mehrere Veränderungen zusammenkommen, kann dies die Anpassung zusätzlich erschweren.
  • Vertrauenspersonen: Kinder und Jugendliche profitieren von Vertrauenspersonen ausserhalb der Familie. Diese können aber nicht immer herbei gezaubert werden.
  • Eingebunden sein in unterstützende Strukturen: Kinder unterscheiden sich darin, wie wohl und sicher sie sich in Schule, Vereinen usw. fühlen.
  • Familiengeschichte: Schwierige Familienstrukturen oder vorbestehende Konflikte können eine Anpassung erschweren. Sind die Konflikte jedoch gelöst und die Strukturen geklärt, kann dies auch ein Vorteil sein („das haben wir doch schon einmal so gehabt, damals hat geholfen, dass…“).
  • Anpassungs- und Bewältigungsfähigkeiten der Eltern.