Standortgespräch

Die Familie wird auf FAMOCA aufgefordert ein gemeinsames Standortgespräch durch zu führen, und dabei alle Kinder miteinzubeziehen. Ziel ist es, die positiven Entwicklungsschritte insbesondere der Kinder zu loben und damit zu festigen. Bewältigungsstrategien können so für die Zukunft überprüft und angepasst werden.

Auch in der Beratung können Fragen des Standortgesprächs miteinbezogen werden. Sie unterstützen die Familie damit, eine lösungsorientierte, positive Bewältigungsform zu finden und aufrechtzuhalten.

Nutzen Sie als Grundlage das Arbeitsblatt Phasen und Ereignisse seit der Diagnose (Eltern, Jugendliche). Sie können es mit der Familie gemeinsam ausfüllen oder vorher ausfüllen lassen. Die Fragen können dann auf die eingezeichneten Phasen und Ereignisse bezogen werden. (Dies eignet sich für Familien mit Jugendlichen)

Für die Vertiefung: Empfehlen sie die Unterlagen auf FAMOCA für die Eltern und Jugendlichen unter Erleben und Ausprobieren.  

  • Familiengeschichte, eigene Biographie, Partnerschaftsgeschichte reflektieren
  • Rück- und Ausblick
  • Was hat die Familie seit der Diagnose gut gemeistert, was war schwierig?
  • Was findet jeder an der Familie toll? Was sind die Stärken der Familie?
  • Was darf weiterhin so bleiben wie bisher?
  • Was wünscht sich jeder einzelne, soll sich in Zukunft ändern?
  • Kommunikation: Bei welchen Ereignissen / Phasen konnte die Familie offen miteinander sprechen? Gab es Überforderungen? Wie gingen sie mit dem unterschiedlichen Redebedürfnis um? 
  • Zusammenhalt: Wie hat sich der Zusammenhalt und das Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt? Kann trotzdem jeder noch gleichzeitig seine Individualität leben?
  • Flexibilität: Wie hat die Familie auf Veränderungen reagiert? Was hat sich verändert, was ist gleich geblieben im Alltag? Können die einzelnen Bedürfnisse gelebt werden, was fehlt? Was gibt Halt? Was bereitet Freude im Alltag? 
  • Bewältigungsstrategien: Wie ging die Familie mit unterschiedlichen Gefühlen, Sorgen und körperlichen Beschwerden um? Was war hilfreich? Was nicht?
  • Soziale Unterstützung: Hat die Familie Hilfe in Anspruch genommen? Wie haben sich die Rollen in der Familie geändert? Helfen die Kinder mit, wie? Können die Kinder über ihre Sorgen berichten? Können Kinder sich genügend abgrenzen, eigenen Interessen nachgehen? 
  • Gemeinsame Geschichte entwickeln: Wie betrachten sie die Krebserkrankung in ihrer Familiengeschichte? Was aus ihrer Geschichte hat geholfen, die jetzige Situation zu meistern?
  • Die Krise als Herausforderung sehen: Wo sieht die Familie positive Entwicklungen?

FAMOCA bietet den Eltern eine Vorlage, wo sie ihre Rückmeldung an die Kinder vorbereiten können. Im Zentrum steht das Lob an die Kinder! Herunterladen: Rückmeldung an die Kinder vorbereiten.

Im Standortgespräch sollen die Anliegen und Wünsche der Kinder mit einbezogen werden. Je jünger die Kinder desto mehr eignen sich für das Standortgespräch spielerische, kreative Gestaltungsweisen. Hier finden Sie zwei Ideen: Schnur auslegen und Papierstreifen

Nach dem Gespräch: Eine Belohnung kann Kinder motivieren und stärken, lassen Sie die Familie überlegen, ob sie zum Beispiel eine gemeinsame Aktivität planen wollen.