Für Angehörige

70-80% der Betreuung von Krebspatienten erfolgen durch nahe Angehörige. Viele Untersuchungen zeigen, dass Angehörige von Krebspatienten, insbesondere Frauen, ähnlich stark belastet sind durch die Krankheit.

Es kommen Aufgaben auf Sie als Angehöriger zu, die vielleicht bisher vom Partner oder der Partnerin ausgeführt wurden und es wird eine planerische Herausforderung, alles unter einen Hut zu bringen. Daneben fordert die Situation emotional heraus.

Diese neuen Anforderungen können überfordern und sich zeitweise in einem beeinträchtigten psychischen Befinden niederschlagen. Dazu gehören Symptome von Angst und Depressivität, das Gefühl des Ausgebranntseins, Schlafstörungen oder auch körperliches Unwohlsein. 

Auf der anderen Seite berichten Angehörige oft auch von positiven Auswirkungen der Krebserkrankung: die gemeinsame Zeit kann mehr geschätzt werden, die Familie wächst enger zusammen und es kann sich ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl entwickeln.


Überlegungen zur Betreuung durch Angehörige

  • Wie viel Zeit kann ich für die Unterstützung frei schaufeln?
  • Welche anderen Verpflichtungen habe ich? (Haushalt, Kinder, eigene Eltern, Job)
  • Welche anderen Angehörigen können in der Betreuung mitwirken und wie?
  • Wo finde ich ein offenes Ohr, wenn mich die Situation herausfordert?
  • Legen Sie sich Strategien zurecht, wie Sie mit Stress umgehen können: sich Auszeiten nehmen, Bewegung, Entspannung und Freizeitbeschäftigungen.
  • Kommen pflegerische Aufgaben, Medikationen, Ernährung usw. auf Sie zu?
  • Was davon können Sie selber wahrnehmen, wo ziehen Sie jemanden anderen bei?
  • Andere Aufgaben: bspw. die Begleitung zur Therapie, Fahrdienste, Rechnungen erledigen, Versicherungsfragen klären oder die Information von Ihrem Umfeld einholen.