Kinder miteinbeziehen

Tipp

Lassen Sie Ihren jugendlichen Sohn oder ihre Tochter seine / ihre Tagesziele definieren und damit eine Balance zwischen der Mithilfe zu Hause und den Freizeitaktivitäten finden (Meine Tagesziele, PDF herunterladen).

Kinder müssen nicht grundsätzlich zur Behandlung mitgenommen werden. Manche Kinder sind neugierig und wollen wissen, wo ihre Mutter/ihr Vater hingeht. Andere Kinder sind daran nicht interessiert, ertragen den Anblick nicht oder wissen nicht worüber sie sprechen sollen.

  • Falls Sie die Kinder mitnehmen, sollte dies nicht bei Ihrer ersten Behandlung sein.
  • Erkundigen Sie sich vorher bei der der Abteilung, ob Ihr Kind mitgenommen werden kann.
  • Mit älteren Kindern, die an Hintergründen interessiert sind, können Sie über den Ablauf sprechen.
  • Es ist anzuraten eine Begleitperson mitzunehmen, die die Kinder beschäftigen kann, wenn sie zu bestimmten Untersuchungen und Behandlungen nicht zugelassen sind.
  • Nehmen Sie Spiel- und Malsachen mit, Kinder können auch schnell genug haben.

Tipp Drucken Sie die Mandalas auf der Kinderseite unter Bastel- und Malideen aus!

Viele Kinder verspüren den Wunsch, dem erkrankten Elternteil zu helfen. Es gibt ihnen das Gefühl, etwas praktisch tun zu können.

Manche ältere Kinder und Jugendliche, vor allem jugendliche Töchter, übernehmen mit Haushaltstätigkeiten und Verantwortungen fast die Rolle eines Erwachsenen. Dies kann so weit gehen, dass sich Kinder den eigenen Eltern gegenüber wie ein Erwachsener oder den Geschwistern gegenüber wie ein Elternteil verhalten, auch emotional - dies nennt man Parentifizierung.

Der Mehreinsatz der Kinder kann für die Eltern eine Entlastung bedeuten. Da die Kinder für die Eltern stark und präsent sein wollen, stellen sie jedoch eigene Bedürfnisse in den Hintergrund. Dies kann zur Isolation von der Aussenwelt, zu einer blockierten Autonomieentwicklung und zu emotionalen Nöten führen.

Kinder und Jugendliche sollten neben dem Helfen genügend Zeit haben für eigene Interessen und andere Bewältigungsformen, wie mit Freunden sprechen, Musik hören und sich ablenken.

Wenn ein Kind zunehmend auf eigene Aktivitäten verzichtet, die freie Zeit immer zu Hause verbringt, schulische Schwierigkeiten bekommt und deutlich weniger Fürsorge der Eltern in Anspruch nimmt, so können dies Anzeichen einer Überforderung sein, die es zu erkennen gilt. Ein klärendes Gespräch mit dem Kind in Anwesenheit beider Elternteile über seine Aufgaben kann hier frühe Abhilfe schaffen.

Als Eltern ist es wichtig, den Kindern zu zeigen, wie sie altersgerecht helfen können, ohne dabei den Blick auf ihre eigenen Bedürfnisse zu verlieren. Der Auftrag soll konkret und durchführbar sein.

  • Mit Jugendlichen und älteren Kindern hat sich ein Aufgabenplan als praktisch erwiesen. Mögliche Ideen dazu: Helfen beim Aufräumen, Helfen beim Essen zubereiten, Pflanzen giessen, Post holen, Tisch decken, die Katze füttern usw.
  • Kleinere Kinder sollten nicht alleine die Aufgaben eines Erwachsenen übernehmen. Sie können aber einem Erwachsenen bei einer Tätigkeit helfen. 
  • Jedes Kind hilft auf seine eigene Art.