Belastung einschätzen

Die Emotionsregulation entwickelt sich zunehmend, und ist wohl nie ganz abgeschlossen: auch Erwachsene sind immer wieder gefordert, mit starken Gefühlen umgehen zu können. Dabei äussern sich auch bei Kindern Schwierigkeiten in der Emotionsregulation insbesondere in neuartigen Situationen und wenn ihre Bedürfnisse frustriert werden. Wenn diese Fertigkeiten fehlen und im Verlauf nicht aufgebaut werden können, können sich mittel- und langfristig Probleme in verschiedenen Lebensbereichen äussern: im Sozialkontakt, in der Schule / Ausbildung, in der Freizeitgestaltung und im körperlichen Wohlbefinden.

In einer Ausnahmesituation gelten nicht dieselben Massstäbe für Emotionen wie normalerweise.

Es ist „normal“, dass Kinder in dieser Ausnahmesituation trauriger sind als sonst, gewisse Ängste entwickeln, die sie vorher nicht hatten oder häufigere und stärkere Wutanfälle haben. Kinder brauchen in neuartigen Situationen Zeit und Unterstützung ihre Strategien zu finden. Wenn diese Fertigkeiten im Verlauf nicht aufgebaut werden können, können sich jedoch mittel- und langfristig Probleme in verschiedenen Lebensbereichen äussern: im Sozialkontakt, in der Schule / Ausbildung, in der Freizeitgestaltung und im körperlichen Wohlbefinden.

 

Im Folgenden finden Sie eine Zusammenstellung von Symptomen, die bei Kindern, die im Rahmen einer elterlichen Krebserkrankung Schwierigkeiten entwickeln, auftreten können.

Es gibt „externalisierende“ Verhaltensweisen, die oft gut beobachtbar sind, weil sie sich gegen aussen richten. Zum Beispiel:

  • Aggressivität
  • Wutanfälle
  • Streit mit Geschwistern / Mitschülern
  • Zappelig
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Im Unterricht stören, Hausaufgaben nicht mehr richtig erledigen
  • Schuleschwänzen

Es gibt aber auch „internalisierende“ Verhaltensweisen, die auf den ersten Blick manchmal nicht so auffällig sind. Zum Beispiel:

  • Rückzug von Freunden und Familie
  • nicht mehr reden wollen
  • nicht mehr an Freizeitaktivitäten teilnehmen wollen
  • körperliche Beschwerden
  • überangepasstes Verhalten im Alltag, Eindruck, dass sie gut mit der Situation klar kommen
  • Bei kleineren Kindern kann es sich darin äussern, dass sie in alte Verhaltensweisen zurückfallen, zum Beispiel Einnässen.

Beobachten Sie die Verhaltensänderung:

  1. Gibt es (neue) Verhaltensweisen beim Kind, die Sie verunsichern?
  2. Wie lange bestehen diese Verhaltensweisen schon?
  3. Gibt es Ausnahmen, das heisst Situationen, in denen das Kind sich nicht so verhalten hat?
  4. Sprechen Sie das Kind darauf an. Nimmt das Kind diese Veränderung auch wahr? (v.a. für ältere Kinder)
  5. Beobachten Sie die Verhaltensweisen für zwei Wochen, und notieren Sie, was Ihnen auffällt. Wenn das Verhalten weiter besteht, besprechen Sie es mit einem Psychologen oder Kinderarzt.

Achtsam bleiben heisst auch zu erkennen, wenn die eigenen Bewältigungsstrategien nicht mehr greifen und funktionieren. Wenn Ihre Grundstimmung immer gleich belastend bleibt, Sie sorgenvolles Nachdenken (Grübeln) ohne Pause kennen, wenn Sie an Schlafstörungen, anhaltenden Entscheidungsschwierigkeiten, aber auch an starken Gefühlen, anhaltender Reizbarkeit, Angst, Hoffnungslosigkeit, Wut oder innerer Leere leiden, sollten Sie mit einem Psychologen oder Ihrem Arzt Kontakt aufnehmen. Ein Anzeichen kann auch sein, wenn Aussenstehende Sie auf Veränderungen hinweisen.