Wie Eltern mit Jugendlichen über Krebs sprechen


Tipp

Lassen Sie Ihren Sohn / Ihre Tochter seine / ihre Fragen zu Krebs und den Behandlungen sammeln (Frageliste erstellen, PDF herunterladen) und besprechen Sie gemeinsam, wie Schule, Freunde und Bekannte informiert werden sollen (Aussenstehende Personen informieren, PDF herunterladen).


Die folgenden Informationen können Sie auch hier herunterladen (PDF).

Jugendliche möchten so früh und so vollständig wie möglich über die Situation informiert werden. Sie möchten als vollwertiges, den Erwachsenen ebenbürtiges Familienmitglied behandelt werden.

Jugendliche reagieren häufiger mit Rückzug. Sie stellen meist weniger Fragen und suchen häufiger Ablenkung, was den Eltern manchmal den Zugang zum Kind erschwert. Altersentsprechend haben sie ein grosses Bedürfnis nach unbeschwerter Gleichaltrigenzeit.

Auch Jugendliche machen sich zuerst Sorgen, den Elternteil zu verlieren. Darauf folgend beschäftigen sie sich auch mit den Fragen, ob sie selber an Krebs erkranken können und eine genetische Veranlagung vorhanden sein könnte. Der Körper und die körperliche Entwicklung sind ein wichtiges Thema. Leidet beispielsweise die Mutter an Brustkrebs, so kann die jugendliche Tochter das eigene Brustwachstum vielleicht sehr ängstlich betrachten.

Schuldgedanken (z.B. „Habe ich zu viel gestritten und Stress verursacht?“ oder „Ich bin zu wenig zu Hause und helfe nicht.“), können auch bei Jugendlichen vorkommen. Ältere Schulkinder und Jugendliche möchten sein „wie alle“. Eine Krebserkrankung eines Elternteils kann dies erschweren, beispielsweise, wenn einer Mutter die Haare ausgehen, Elternbeteiligung in der Schule nicht mehr möglich ist, usw. Dies kann bei Jugendlichen auch spontan Ablehnung hervorrufen.

Jugendliche beschäftigen sich häufig selber mit der Erkrankung, deren Ursache und der Behandlung und suchen im Internet. Da jedoch jede Krebserkrankung und deren Behandlung unterschiedlich ist, sollte darauf geachtet werden, dass der Jugendliche keine Fehlinformationen hat. 

Jugendliche sind in der Regel bereit, Verantwortung zu übernehmen und die Familie und den erkrankten Elternteil zu unterstützen. Gleichzeitig stehen sie aber vor der wichtigen Entwicklungsaufgabe, selbstständig zu werden und möchten sich langsam aus einer nahen Elternbeziehung ablösen. Diese Bedürfnisse lösen häufig Schuldgefühle aus, nicht genug für den erkrankten Elternteil da zu sein. Gefühle wie Wut und das Bedürfnis, sich zurückzuziehen, sind typisch für dieses Alter.

Die Aufmerksamkeitsspanne des Jugendlichen in diesem Kontext beträgt ungefähr 20-30 Minuten.

  • Fragen Sie nach, was Ihr Kind bereits über Krebs weiss und besprechen Sie Fehlinformationen. TIPP: Jugendliche finden unter Was ist Krebs? die wichtigsten Informationen zu Krebs und Behandlung in einem Video. Beachten Sie jedoch, dass jede Krebserkrankung individuell ist, und Ihr Sohn / Ihre Tochter Informationen zu IHRER Erkrankung erhält.
  • Machen Sie sich auf verschiedene emotionale Reaktionen und Antworten gefasst.
  • Geben Sie zu verstehen, dass Sie, sobald Sie mehr wissen, ihm/ihr darüber berichten werden.
  • Schlagen Sie ihm/ihr vor, an Arztgesprächen teilzunehmen und eigene Fragen zu stellen.
  • Besprechen Sie mit ihr/ihm, mit welcher Vertrauensperson sie/er darüber reden möchte.
  • Besprechen Sie mit ihr/ ihm, welche Informationen Sie an Aussenstehende weitergeben. Bedenken Sie dabei, dass es gut ist, wenn einige Personen aus dem Umfeld ihrer Tochter/ ihres Sohnes über die Krankheit informiert sind.