Wie Eltern mit Kindern über Krebs sprechen

Mit den Kindern über „Krebs“ sprechen und erklären, fällt allen Eltern schwer. Wird es jedoch zum Tabuthema führt das dazu, dass Kinder eigene Vorstellungen entwickeln, die bedrohlicher sein können als die Realität.  

Offene, altersgerechte Gespräche tragen entscheidend dazu bei, wie gut die Kinder mit der Situation umgehen können. Kinder möchten informiert und miteinbezogen werden. 

Die Krankheit sollte nicht nur einmal, sondern immer wieder angesprochen werden. Kinder brauchen Zeit zum Verstehen und zum Verarbeiten.  

Schauen Sie aber darauf, dass die Krankheit die Familiengespräche nicht dominiert. Es ist wichtig, dass am Familientisch Alltagserlebnisse ausgetauscht, gescherzt und unter Geschwistern gestritten wird. 

Verwenden Sie zur Vorbereitung der Gespräche den Fragebogen "Vorbereitung auf das Gespräch mit den Kindern" und zur Nachbereitung der Gespräche den Fragebogen "Nachbereitung des Gespräch mit den Kindern".

Tipp

Gemeinsam die Kinder-Bildergeschichte anschauen! In Kapitel 1 KOMMUNIKATION bietet sie eine kindgerechte Erklärung zu was ist Krebs und wie wird er behandelt . Die weiteren Kapitel vertiefen den ALLTAG unter der Krebstherapie, den Umgang mit unterschiedlichen GEFÜHLEN und die ENTWICKLUNG der Familie. 

Allgemeine Tipps

  • Die Diagnose sollte gesichert sein. 

  • Sie müssen noch nicht alles verstanden haben, aber wissen, was Sie haben und was Sie erklären können. 

  • Es macht nichts, wenn Sie weinen müssen. Gefühle sind erlaubt. Aus diesem Grund sollten nach Möglichkeit beide Elternteile oder eine andere Vertrauensperson dabei sein. 

  • Wählen Sie einen Zeitpunkt aus, der danach Zeit lässt, als Familie zusammen zu sein (nicht vor der Schule oder vor dem Schlafen). 

  • Planen Sie das Gespräch: wo soll es stattfinden, wer beginnt zu sprechen, was wollen Sie den Kindern sagen. 

  • Erklären Sie nicht zu viel auf einmal, lieber kürzere Gespräche in regelmässigen Abständen. 

  • Wenn Sie Kinder verschiedenen Alters haben, können Sie zuerst mit dem älteren Kind sprechen.  

  • Überlegen Sie sich vorher, welche Vertrauensperson Sie noch miteinbeziehen wollen. Ihrem Kind fällt es manchmal leichter mit einer anderen erwachsenen Person über die Krankheit zu sprechen. 

  • Vertrauen Sie auf Ihre Intuition. Sie kennen Ihre Kinder am besten!

  • Durch kontinuierliche Gespräche sollten Ihre Kinder erfahren, was Sie haben und altersgemäss verstehen, was Krebs ist, wie man ihn behandelt und was für Veränderungen kommen können.  

  • Sagen Sie, wenn Sie etwas nicht wissen und dass Sie davon berichten werden, wenn Sie mehr wissen. Das gibt den Kindern Sicherheit zu fragen. 

  • Fragen Sie bei den Kindern nach.  

  • Teilen Sie dem Kind positive Mitteilungen mit, bspw. nach dem Arztgespräch. 

  • Benutzen Sie Begriffe, die das Kind bereits kennt. 

Zur Vertiefung erhalten Sie weitere Informationen in der Broschüre Wenn Eltern an Krebs erkranken der Krebsliga Schweiz.

Nach den Gesprächen ist es gut, wieder zum Alltag zurückzukehren. Eine gemeinsame Familienaktivität gibt Ihnen und den Kindern Zeit, das Besprochene zu verarbeiten und wieder Halt zu finden. 

Lesen Sie hier, was Kinder im Vorschulalter (3-7 Jahre) und im Schulalter (8-11 Jahre) verstehen und verarbeiten können und unsere Tipps dazu. Laden Sie hier die Informationen als PDF herunterladen.

  • Bilderbücher können Erklärungen und ein Grundverständnis über die Erkrankung und Behandlung vermitteln. 
  • Halten Sie das Gespräch kurz, oder bauen Sie Pausen oder für das Kind Spielmöglichkeiten ein (Achten Sie auf die Aufmerksamkeitspanne und Zeichen der Ermüdung)
  • Wiederholungen von Gesagtem helfen bei der Verarbeitung
  • Nicht alle Fragen oder Anliegen müssen in einem Gespräch geklärt werden.
  • Betonen Sie, dass das Kind keine Schuld an der Krankheit hat, bspw.: „Das ist von alleine gekommen, so wie du manchmal plötzlich Bauchweh bekommst. Es kommt sicher nicht davon, dass du oder ich etwas falsch gemacht haben oder nicht lieb waren.“
  • Vermitteln Sie den Kinder Sicherheit: bspw. „Die Ärzte geben mir Medikamente, dass der Krebs kleiner / weggeht“
  • Wenn es um die Planung des Alltags geht: Geben Sie zeitliche Anhaltspunkte, wie lange jemand weg ist, bspw.: „bis zu deinem Geburtstag.“ Oder: “Noch sieben Mal schlafen, dann …“
  • Grenzen Sie den Krebs von harmlosen Erkrankungen, die das Kind bereits kennt, ab: Versichern Sie dem Kind, dass Krebs nicht ansteckend ist, bspw.: „Wir können genauso kuscheln wie vorher.“

Antworten auf häufige Fragen von Kindern und Jugendlichen können Sie hier herunterladen. Ausserdem enthalten: Was machen wenn das Kind / der Jugendliche nichts fragt oder sich zurückzieht?