Kinder stärken

Ihre Kinder werden im Kinder- und Jugendbereich der Website ebenfalls aufgefordert, ihren Fähigkeiten entsprechend eine Bilanz zu ziehen. Beziehen Sie darum beim Standortgespräch die Anliegen und Wünsche Ihrer Kinder mit ein. Gleichzeitig ist das Gespräch auch eine Möglichkeit, Ihrem Kind eine Rückmeldung über seine Entwicklungsschritte zu geben und weitere damit zu fördern. 

Murmeln
Tipp

Beziehen Sie Ihre Kinder mitein: Lassen Sie es einen kreativen Rückblick machen (Arbeitsblatt Rückblick) und alles was es gebastelt hat zusammentragen. Lesen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die Kinder-Bildergeschichte von Kapitel 4.

Eine Sorge der Eltern ist es, dass sich die Belastung der Eltern negativ auf die Entwicklung der Kinder auswirken könnte. Entlastend ist zu wissen, dass bei der Entwicklung immer mehrere Einflussfaktoren eine Rolle spielen:

  • Persönlichkeit und eigene Lerngeschichte: Jedes Kind geht anders mit Belastungen um.
  • Der Entwicklungsstand zu Beginn: Es kann sein, dass ein Kind, das auch früher sensibel auf Veränderungen reagiert hat, aktuell mehr Anpassungsschwierigkeiten zeigt. Umgekehrt können Kinder, die sich bereits vorher eigene Bewältigungsstrategien aufgebaut hatten, diese bei einer Erkrankung eines Elternteils einsetzen.
  • Äussere Umstände: Wenn mehrere Veränderungen zusammenkommen, kann dies die Anpassung zusätzlich erschweren.
  • Vertrauenspersonen: Kinder und Jugendliche profitieren von Vertrauenspersonen ausserhalb der Familie. Diese können aber nicht immer herbei gezaubert werden.
  • Eingebunden sein in unterstützende Strukturen: Kinder unterscheiden sich darin, wie wohl und sicher sie sich in Schule, Vereinen usw. fühlen.
  • Familiengeschichte: Schwierige Familienstrukturen oder vorbestehende Konflikte können eine Anpassung erschweren. Sind die Konflikte jedoch gelöst und die Strukturen geklärt, kann dies auch ein Vorteil sein („Das haben wir doch schon einmal so gehabt, damals hat geholfen, dass…“).

Überlegen Sie sich für jedes Kind, welche  schwierigen und erfolgreichen Schritte Sie bei Ihrem Kind beobachten konnten und vergleichen Sie zwischen der Zeit vor der Krankheit und heute. Sie können auch um die Einschätzung von anderen Personen (Grosseltern, Lehrern, usw.) bitten.

  • Wie ging es Ihrem Kind vor und nachdem es von der Diagnose erfahren hat, wie geht es ihm heute?
  • Beschreiben Sie ganz allgemein die positiven Veränderungen 
  • Welche positiven Entwicklungsschritte erkennen Sie: in der Schule, in den Freizeitaktivitäten, mit Freunden, in der Familie, am Arbeitsplatz usw.

Fortschritte können sein:

  • Etwas Neues gelernt
  • Etwas zum ersten Mal alleine gemacht
  • Selbständiger geworden
  • Verantwortung übernommen haben
  • Umgang mit eigenen Gefühlen verbessert
  • Verhalten gegenüber Mitmenschen verbessert
  • Eigene Interessen (Hobbies) ausgebaut oder vertieft
  • Neue Freundschaften begonnen, Freundschaften intensiviert, Freundschaften beendet

Konzentrieren Sie sich bei der Rückmeldung auf ihre positive Entwicklung, am besten mit konkreten Beispielen. Loben Sie die Kinder! Denn ein Lob ist der grösste Motivator. Worauf sind Sie bei Ihrem Kind besonders stolz?

Bereiten Sie Ihre Rückmeldung mit der Vorlage "Rückmeldung an Kinder vorbereiten" (PDF) vor, die Sie hier herunterladen können.

Um die Entwicklung Ihres Kindes weiter zu fördern, können Sie entsprechende Wünsche formulieren. Orientieren Sie sich daran, welche Aktivitäten das Kind bei der Bewältigung unterstützt und was ihm hilft, einen gesunden Ausgleich zwischen Verpflichtungen und Interessen zu finden.

  • Welche Aktivitäten will und soll Ihr Kind weiterhin aufrechterhalten?
  • Welche gelernten Aktivitäten können ihm bei der Bewältigung helfen?
  • Wo kann Ihr Kind im Familienalltag oder in anderen Lebensbereichen selbständiger werden? Wo sollen Sie zukünftig Verantwortung abgeben?
Tipp

Welche Wünsche haben Ihre Kinder? Thematisieren Sie dies mithilfe der Geschichte der Waldfee im Kinderbereich.

Überlegen Sie sich, was Sie nach dem Standortgespräch machen. Wie können Sie Ihre Kinder belohnen? Eine gemeinsame schöne Aktivität kann beispielsweise geplant werden.

Je jünger ein Kind ist, desto erlebnisorientierter sollte das Gespräch sein. Wir haben Ihnen zwei Ideen zusammengestellt: das Auslegen einer Schnur am Boden oder mit Papierstreifen.

Laden Sie hier "Gestaltungsideen mit Kindern" (PDF) herunter.

Mit Jugendlichen eignet es sich, die Vorlage „Phasen und Ereignisse seit der Diagnose“ am Tisch zu machen. Die Jugendlichen erhalten von FAMOCA den Vorschlag, eine eigene Standortbestimmung für sich und eine für die Familie zu machen. Sie werden ermuntert, den Eltern über schwierige und hilfreiche Erfahrungen Rückmeldung zu geben.

Eine Möglichkeit ist, dass Sie als Eltern eine Übersicht vorbereiten und eintragen, was Sie als Familie alles gemeistert haben. Danach können Sie mit den Jugendlichen alle Erfahrungen in unterschiedlichen Farben eintragen und ergänzen. 

Wichtig:

Bauen Sie die Vorbereitungen der Kinder und Jugendlichen in das Standortgespräch mit ein. Loben Sie Ihre Kinder. Fördern Sie aber auch Wünsche und Verbesserungsvorschläge.